Spielerisch mit Braille: Entzifferung der Knotenschrift der Ute Diez

Die Knotenschrift der Inka ist bis heute rätselhaft. Ute Diez ist eine Künstlerin in Kiel, die schon sehr früh begann, auch haptisch zu arbeiten. Schon als Kind erdachte sie eine Knotenschrift. Dass deren Code sich entschlüsseln lässt, wenn man die Position eines Buchstabens im Alphabet kennt, legt es nahe, das Braille-Alphabet zur Decodierung heranzuziehen.

Jürgen Trinkus lässt sich von Ute Diez die Knotenschrift zeigen
Homepage der Kieler Künstlerin Ute Diez
Obwohl sich Ute Diez seit längerem auch mit der Brailleschrift befasst, war ihr das neu. Ich habe ihr dafür das Braille-Alphabet in Lego tabellarisch aufgestellt. Dort sind auf den Buchstaben A bis J auch die Ziffern 1 bis 0 aufgezeichnet. Legt man darunter die Buchstaben K bis T, erhält man die Zeichen mit der Position 11 bis 20. In der 3. Reihe folgen als Buchstaben 21 bis … – ja, und hier wird es schwierig, jedenfalls für Englisch oder Deutsch, wo das W die “Ordnung” der Braillepunkte aus dem Konzept bringt.
Ute Diez stellt die Worte mit Knoten dar. Sie werden geknüpft mit je 2 parallelen Fäden. In jedem der beiden Fäden sind kleine Knoten. Der linke Faden enthält 0 bis 2 Knoten, der rechte 1 bis 9.
Befinden sich rechts 5 Knoten, heißt das: es ist der 5. Buchstabe E. Gibt es am linken Faden aber auch 1 Knoten, ist es der 15. Buchstabe = O.
Zählt man rechts 4 Knoten und links einen, ist es der 14. Buchstabe. Der steht in unserer Braille-Tabelle unter dem vierten Buchstaben, also unter dem D und ist das N.
Bei der Knotenschrift sind die beiden Fäden zwischen den Zeichendarstellungen verknotet. Man zählt die Knötchen also zwischen den Verbindungskonoten.
Die Worte hängen an der Wand nebeneinander.
Man muss diese Schrift in die Finger nehmen, um sie zu lesen. Und man kann sie hervorragen dechiffrieren mit dem Braille-Alphabet.

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